Neues Jahr

Pressemitteilung
IG Metall empört: Willi Elbe führt umstrittene Anwesenheitsprämie am Betriebsrat vorbei ein

Suhl/Rippershausen

Die IG Metall Suhl-Sonneberg erhebt schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsführung der Lenkungstechnik Willi Elbe GmbH & Co. KG in Rippershausen. Nur wenige Wochen nach zähen Tarifverhandlungen hat das Unternehmen überraschend eine „Anwesenheitsprämie“ ausgezahlt – ohne Beteiligung des Betriebsrates und ohne transparente Kriterien für die Belegschaft. 

Der Betrieb mit rund 170 Beschäftigten gehört zur AEQUITA Management SE und ist auf Lenkungstechnik und Gelenkwellen spezialisiert. Noch im Frühjahr 2024 hatte die Geschäftsführung in den Tarifgesprächen auf finanzielle Engpässe verwiesen. Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe seien nötig, die Liquidität angespannt – so damalige Begründungen. 

Umso größer ist nun die Irritation bei der IG Metall: Kurz nach Abschluss der Tarifrunde zahlt das Unternehmen plötzlich eine Anwesenheitsprämie von bis zu 900 Euro brutto aus. Der Betriebsrat wurde dabei komplett übergangen. Für die Beschäftigten blieb unklar, wer welchen Betrag erhält und nach welchen Regeln Abzüge vorgenommen wurden. Nur ein dürftig formulierter Aushang informierte über die Existenz der Prämie. 

Erst ein später vorgelegter Entwurf einer Betriebsvereinbarung machte deutlich: Nur wer im betreffenden Zeitraum null Fehltage hatte, sollte die vollen 900 Euro bekommen. Ab fünf Fehltagen reduziert sich die Zahlung auf null. Gleichzeitig behielt sich die Geschäftsführung das alleinige Recht vor, künftig Höhe und Budget der Prämie festzulegen – ohne Mitbestimmung. Toni Bernheiden 1. Bevollmächtigter dazu: „Die Industrie hat es längst schwarz auf weiß: Studien wie die von Prof. Timo Vogelsang zeigen, dass Anwesenheitsprämien ein reiner Fehlanreiz sind – sie verpuffen nach wenigen Monaten, zerstören die intrinsische Motivation und erzielen exakt null nachhaltigen Effekt auf die Fehlzeiten. Wir sind verwundert und empört über das Vorgehen des Unternehmens. In den Tarifverhandlungen wird gejammert, es sei kein Geld da – und kurz danach wird eine intransparente und ineffiziente Prämie einseitig verteilt, völlig vorbei an der Mitbestimmung.“ 

Die Reaktion in der Belegschaft fällt entsprechend aus: Viele fühlen sich bewusst getäuscht und ausgeschlossen. Gemeinsam mit der IG Metall fordern über 50 Beschäftigte nun die Auszahlung der vollen 900 Euro brutto an alle, die weniger erhalten haben. 

 

Kontakt: 

Toni, Bernheiden  

1. Bevollmächtigter 

Toni.bernheiden@igmetall.de 

01605331054